Frauenquoten für Vorstandsetagen – EP stellt sich mit parteienübergreifender Unterstützung hinter eine EU-Quote

Morgen soll die EU-Kommission ihren Entwurf eines Vorschlags für die Einführung einer EU-weit verbindlichen Quote für die Repräsentation von Frauen in Unternehmensvorständen vorlegen. Das Europäische Parlament gab diesem Vorschlag vorab einen kräftigen Aufschwung mit einer parteiübergreifenden Billigung durch die Fraktionen der EVP, S&D, ALDE, Grüne/EFA und GUE/NGL.
Im Vorfeld der Sitzung des Kommissionskollegiums kommentierten die Fraktionsvorsitzenden Hannes Swoboda (S&D), Guy Verhofstadt (ALDE), Daniel Cohn-Bendit und Rebecca Harms (Grüne/EFA) und Gabriele Zimmer (GUE/NGL) sowie die EVP-Abgeordnete und Berichterstatterin des Europaparlaments zu diesem Thema Rodi Kratsa-Tsagaropoulou den vorgesehenen Kommissionsentwurf und sagten:
„Wir fordern die Europäische Kommission auf, keine weitere Zeit mehr zu vergeuden und einen klaren legislativen Vorschlag für die Einführung einer verbindlichen Quote auf EU-Ebene für Frauen in Vorstandsetagen vorzulegen.
Natürlich wäre es besser, wenn keine Quote notwendig wäre. Aber trotz jahrelanger Beteuerungen ist der Frauenanteil in den Vorständen der großen europäischen Unternehmen inakzeptabel niedrig geblieben: In den höchsten Entscheidungsgremien der größten börsennotierten Unternehmen liegt der Anteil der Frauen gerade einmal bei 14 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass 60 Prozent der Hochschulabsolventen in der EU Frauen sind, liegt das also mit Sicherheit nicht an einem Mangel an qualifizierten Frauen. In mehreren europäischen Ländern haben sich verbindliche Quoten zur Bewältigung dieser Ungleichheit bereits als wirksam erwiesen. Es ist Zeit, dass wir auf diesem Erfolg aufbauen und eine EU-weite Quote einführen.
Das Europäische Parlament hat bereits eine Entschließung verabschiedet, in der die Einführung einer verbindlichen EU-Quote gefordert wird. Wir werden zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass diese dringend notwendige Maßnahme durch das Europaparlament rasch gebilligt wird.
Die EU muss auch selber mit gutem Beispiel vorangehen und eine ausgewogene Vertretung in ihren höchsten Entscheidungsstrukturen gewährleisten. Ein konkreter Schritt dazu wäre, unverzüglich die völlige Abwesenheit von Frauen in den Führungsgremien der Europäischen Zentralbank anzusprechen. Dem muss Abhilfe geschaffen werden, und das Europäische Parlament hat diese Woche eine perfekte Gelegenheit dafür, wenn es über einen neuen Kandidaten für das Direktorium der EZB abstimmt, ein freier Posten, für den keine Frauen in Betracht gezogen wurden.“