Rede zum Aufbau eines transeuropäischen Verkehrsnetzes

Herr Präsident, Frau Vizepräsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit dem 1. Mai treten eine Reihe von neuen Staaten der Europäischen Union bei. Nur wird mit diesem 1. Mai natürlich nicht die Verzahnung, die wirkliche Vereinigung Europas geschaffen. Dazu bedarf es vieler Maßnahmen, insbesondere auch im Bereich der Infrastruktur, gerade auch im Bereich des Bahnausbaus. Wenn ich mich daran erinnere, dass wir in diesem Saal, Kollege Jarzembowski, ja heftige Gefechte in der Frage der Transit-Regelung ausgetragen haben und dass einige von Ihnen, auch du lieber Kollege Jarzembowski, gesagt haben: Na, investierts doch mehr in die Bahn!, dann haben wir jetzt die Chance, nicht nur Österreich, sondern auch die Nachbarländer zu unterstützen, wenn wir morgen unsere Zustimmung geben, dass diese Projekte für die Bahn, die Ost und West, Nord und Süd miteinander verbinden, Wirklichkeit werden können.
Es geht einerseits um das Projekt, das schon erwähnt worden ist – Prag – Linz – Graz und dann Richtung Süden -, und andererseits geht es um das Projekt, das über Wien in den Süden führt. Nicht nur, dass dadurch unseren Nachbarländern, insbesondere auch der Tschechischen Republik und Slowenien, geholfen wird. Wenn wir ein bisschen vorausdenken, dann beziehen wir ja auch den Bereich des gesamten Balkans ein, und wenn wir eine Entlastung auf der Straße haben wollen, gerade auch für jene, die auf der Straße fahren müssen und sinnvollerweise dort fahren, ob Privatfahrzeuge oder LKWs, dann, glaube ich brauchen wird diesen Bahnausbau.
Ich bin sehr froh, Frau Vizepräsidentin, dass ein Vertreter der Kommission, auch in der Diskussion im Ausschuss, insbesondere das sogenannte Summerauer Projekt, also von Prag über Linz in den Süden, als sehr positiv dargestellt hat. Ich hoffe, dass wir auch die Unterstützung der Kommission für diese Projekte bekommen. Denn es geht darum, diesem Europa eine Infrastruktur zu verschaffen, die umweltfreundlich ist, die effizient ist und die die einzelnen Länder in der Mitte Europas wirklich miteinander verknüpft.
Dass Österreich, das durch den LKW-Verkehr sehr schwer geplagt ist, davon auch profitieren kann, ist ein Effekt, den ich nicht leugnen möchte. Aber ich hoffe doch, dass wir entsprechende Unterstützung von allen Seiten dieses Hauses bekommen, denn es geht nicht um egoistische Interessen, sondern um gesamteuropäische Interessen, und die sollten wir doch möglichst einvernehmlich verfolgen und unterstützen.